Archiv 28.6.2005 - 9.7.2005

Die katholische Kirche und die Evolution

Keine Kirche!

Noch nicht in anderen Medien gesehen, daher ein Link auf die New York Times: Leading Cardinal Redefines Church's View on Evolution - New York Times:

The cardinal, Christoph Schönborn, archbishop of Vienna, a theologian who is close to Pope Benedict XVI, staked out his position in an Op-Ed article in The New York Times on Thursday, writing, "Evolution in the sense of common ancestry might be true, but evolution in the neo-Darwinian sense - an unguided, unplanned process of random variation and natural selection - is not."

Soso. Die katholische Kirche will also mal wieder gegen Darwin und seine Lehren angehen? Statt dem stumpfen Kreationismus jetzt also das verbrähmte Intelligent Design? So eine Moppelkotze. Was nicht kompatibel ist, ist die Realität und die katholische Kirche ...

Keith Devens - Weblog: I hate PHP - August 13, 2003 - der mag auch kein PHP

Kid ist eine recht interessante Python-Library die eine Template-Engine mit Fokus auf wellformed XML implementiert. Das Ergebnis ist ähnlich wie Zope Page Templates - also eine Attributsprache für XML mit Integration von Python. Und fix ist das ganze auch: ein XML-Template hat auf meiner Kiste um die 70 Hits/sec.

n3dst4.com: PHP Annoyances - der mag PHP auch nicht.

SPB-Linux ist ein sehr kleines Linux das man von einem USB-Memory-Stick booten kann und mit diversen Erweiterungen (X, Mozilla, XFCE Desktop) aufgewertet werden kann. Müsste man auch relativ leicht um diverse Systemadmin-Tools erweitern können.

Spyce ist ein Webframework in Python mit verdammt guter Performance: eine einfache Seite mit einem Template hinterlegt bringt auf meiner Kiste über 90 Hits pro Sekunde (Spyce über mod_python in den Apache integriert, Memory-Cache). Take that, PHP!

Spyced: Why PHP sucks - eine recht gute Analyse was an PHP eher störend ist.

Why PHP sucks - und noch jemand der kein PHP mag.

Wem Englisch als Sprache für Einsteigerliteratur nicht so liegt, es gibt einen deutschsprachigen Haskell Kurs online zum Durcharbeiten. Sieht ganz leidlich aus - allerdings finde ich das ein bischen wenig erklärt wird.

grössere Haskell-Sourcen

Wer wie ich lieber Sourcen durchwühlt um Sprachen zu lernen, hier ein paar grössere Haskell-Projekte zur Auswahl:

  • [Haskell User-Submitted Libraries][0] ist eine Sammlung von teilweise schon älteren aber trotzdem interessanten Haskell-Projekten. Downloadbar ist ein IRC-Bot und im CVS ist auch noch ein Webserver mit Plugin-Schnittstelle.
  • [Pugs][1] ist eine Perl 6 Implementation in Haskell. [Hatte ich schon mal][2], ist immer noch cool |:-)|
  • [darcs][3] ist ein verteiltes Sourceverwaltungssystem. [Hatte ich auch schon mal][4], ist aber auch immer noch cool.

Helium - Haskell-Lehr-System

Helium ist ein Haskell-Subset-Compiler der speziell für die Lehre entwickelt wurde. Er liefert ausführlichere Fehlermeldungen und analysiert Sourcen weitergehend um diese Meldungen möglich zu machen. Allerdings ist es wirklich nur ein Subset von Haskell - und da Typklassen fehlen, fehlt ein ziemlich wichtiger Teil. Um aber überhaupt erstmal in die funktionale Programmierung reinzuschnuppern ist das ganz brauchbar.

Als Textbücher bieten sich The Craft of Functional Programming und The Haskell School of Expression an. Hab mir beide mal bestellt - meine Haskell-Kenntnisse sind mehr als primitiv und hoffnungslos veraltet (sofern das bei einer doch recht jungen Sprache wie Haskell überhaupt geht ).

Manchmal treibt mich DarwinPorts zur Verzweiflung

Zum Beispiel wenn ich ghc (einen Haskell-Compiler) installieren will, aber der als erstes mal Perl 5.8 installieren will. Als ob ich unter Tiger nicht schon ein durchaus brauchbares Perl 5.8.6 auf der Platte hätte, nein, die DarwinPorts wollen eigene Versionen davon. Und dann hab ich je nach Pfadeinstellung mal das Apple-Perl oder eben das von DarwinPorts aktiv. Ziemlich dämlich - ich finde da müssten in die DarwinPorts Pseudopakete rein, die dann auf die vorinstallierten Versionen von Apple verweisen.

Das macht ganz besonders dann Probleme, wenn man selber auch Pakete so von Hand installiert. Denn dann wird teilweise das über den Pfad erreichbare Perl genommen - und mit aktiven DarwinPorts ist das halt das dort. Was aber absolut nicht der gewünschte Effekt ist - schliesslich ist das Perl in diesem Fall nur deshalb reingekommen, weil der Port für ghc eine build-dependency hat. Ich will aber garnicht das DarwinPorts Perl benutzen ...

Aus dem gleichen Grund sind die ganzen Python und Ruby Module in DarwinPorts IMHO unbrauchbar: sie ziehen automatisch eine neue Installation von Python und Ruby nach sich und nutzen nicht die vorinstallierte Version. Selten dämlich ...

Im Ergebnis kann man DarwinPorts auf einer OS X Kiste nur für gut isolierte Tools benutzen - was aber irgendwie schade ist, denn die Idee und die Umsetzung an sich ist ziemlich klasse. Nur wird halt zu wenig Rücksicht auf die schon installierten Sachen genommen.

ghc hab ich übrigens einfach über das Binary-Paket von haskell.org installiert. Da steht zwar das sei für 10.3, tuts aber auch mit 10.4 - jedenfalls das was ich damit mache. Und erspart mir das ganze Zeugs zu builden.

Eines der komplizierteren Haskell-Themen sind die Monads - ein Weg um in einer rein funktionalen Sprache mit lazy evaluation trotzdem Dinge wie Seiteneffekte und Sequentialität zu simulieren - einfach weil man zum Beispiel dann doch gelegentlich den Output vor dem Input haben möchte, wenn man Daten vom Benutzer abfragt, oder zum Beispiel sich einen Zustand wegsichern will der später wieder aufgerufen wird. Das Tutorial hilft beim Verständnis des Konzeptes der Monads.

Bombenserie in London

Bombenserie in London: Explosionen in mehreren U-Bahnhöfen und Bussen haben London am Donnerstag im Chaos versinken lassen. Anscheinend drei Explosionen in U-Bahnhöfen und drei Explosionen in Doppeldeckerbussen. Die Vermutung von Terroranschlägen liegt natürlich nah - immerhin ist der G8 Gipfel in England.

Shiira - alternativer WebKit Browser

Shiira Project ist ein interessanter Webbrowser für den Mac der auf dem WebKit aufbaut. Das besondere an Shiira (neben Kleinigkeiten wie einem mehr Cocoa-ähnlichem Layout anstelle der Blechkistenform vom Safari) ist die Möglichkeit per Hotkey mal eben alle in einem Fenster geladenen Tabs in einer Übersicht verkleinerter Seiten anzuzeigen - ähnlich dem Exposé. Sehr schick, könnte mir auch als Funktion in Safari gefallen ...

Zusätzlich unterstützt Shiia als Alternative zum WebKit-Downloader auch cUrl - aber leider hat der Browser da noch einige seltsame Eigenschaften, zum Beispiel klappt der Login bei WordPress-Blogs nicht immer damit und ab und an werden alte Daten angezeigt. Auch mit normaler Authentifikation klappts nicht immer - ich krieg dann einen Fehler angezeigt, anstatt das der Browser nach dem Passwort fragt. Mit dem WebKit-Downloader siehts aber alles recht ordentlich aus.

Da ich allerdings einen recht kleinen Bildschirm habe (in der Regel auf 1024x768 eingestellt, da das Notebook auch diese Grösse hat und ich so 100 Hz bei der Anzeige habe) wird das wohl nicht mein Standardbrowser - die Seitenleiste für die Lesezeichen und den Verlauf ist einfach unpraktisch bei kleinen Bildschirmen. Mir wäre daher eine Darstellung dieser Informationen in der Hauptseite ala Safari oder Camino deutlich lieber.

SSL-VPN mit Browsersteuerung

Kollege hat ein ziemlich geniales Teil gefunden: SSL Explorer, ein kleiner https-Server der mit einem Java-Applet im Browser zusammen ein VPN realisiert. Und zwar werden beim Appletstart (der bestätigt werden muss, da das Applet zusätzliche Fähigkeiten braucht) Tunnelverbindungen über https aufgebaut und darüber dann diverse Anwendungen integriert. Zum Beispiel kann man dann per Klick auf einen Link eine VNC-Verbindung zu einem internen Server aufbauen, oder über Webformulare im lokalen Windows-Netz browsen, Files transferieren oder z.B. per SSH auf Linux-Server hinter der Firewall zugreifen. Und das ganze funktioniert mit einem einfachen Java-fähigen Webbrowser - ich habs zum Beispiel mit dem Safari getestet, klappt problemlos. Ganz ohne extra zu installierende Client-Software. Ideal für Roaming-User die nicht immer ein eigenes Gerät mit dabei haben.

Achso, und das ganze ist dann auch noch unter der GPL.

Hardened-PHP project

Keine Ahnung wie gut das wirklich ist, aber das Hardened-PHP Projekt klingt schon mal ganz nett. Gerade durch die hohe Verbreitung von PHP für Webanwendungen ist es ein zentraler Einbruchsweg in Server. Sollte ich mir mal auf die ToDo-Liste schreiben.

Musikindustrie will Allofmp3.com tabuisieren

Eigentlich ist es schon eher Zensur positiver Berichte über allofmp3 was die Musikindustrie da anstrebt. Wer also mal was gutes über allofmp3 gesagt hat, oder die verlinkt hat oder gar empfohlen: Waldorf und Stettler werden euch sicherlich Post schicken. Und so wird der Abmahnwahnsinn weiter gehen und die Musikindustrie wird weiter Anwälte finanzieren aber nichts gegen ihren Abstieg tun und deshalb irgendwann ganz bedeutungslos sein. Aber Schuld sind ja immer die anderen ...

Softwarepatente erstmal aufgehalten

Ab und an gibts auch mal was positives: Europaparlament sagt Nein zu Softwarepatenten. Allerdings:

Nun muss das europäische Patentamt demokratisiert werden, damit nicht weiterhin ohne rechtliche Grundlage Softwarepatente in Europa vergeben werden. Und es muss aufgepasst werden, dass Softwarepatente nicht durch irgendeine andere HIntertür eingeführt werden, wie beispielsweise bei den Bestrebungen nach einem gemeinsamen EU-Patent.

Das ist das Problem - wir müssen höllisch aufpassen das jetzt nicht einfach auf anderem Wege versucht wird das gleiche zu realisieren. Ich glaube nicht das der EU-Rat seine Ideen einfach zurückstellt, im Gegenteil, ich vermute gerade ein Ausweichen auf andere Lösungsansätze. Von daher wäre auch mir eine angenommene Patentrichtlinie mit den angestrebten Änderungen lieber gewesen als die generelle Ablehnung, denn so ist das Thema immer noch offen. Und schlussendlich hätte eine Richtlinie mit klaren Definitionen die reine Software-Patente verhindern helfen können zum Beispiel so Patente wie das MP3-Patent zu entfernen - denn schliesslich gibt es schon eine ganze Reihe von reinen Sofware-Patenten in Europa, und die muss man ja auch mal irgendwie los werden.

Sozialabzocke verschärft

Damit jedem klar wird, was es bedeuten würde wenn Schwarz/Gelb statt Rot/Grün regiert: CDU-Ministerin will Angehörige ALG II bezahlen lassen:

Die hessische Sozialministerin sprach sich laut "Berliner Zeitung" vom Mittwoch dafür aus, den so genannten Unterhaltsrückgriff beim Arbeitslosengeld II (ALG II) wieder einzuführen. Wie bereits beim Sozialgeld würden dann erst auch nicht im selben Haushalt wohnende Eltern oder erwachsene Kinder für den Unterhalt eines Arbeitslosen herangezogen, bevor er staatliche Unterstützung bekommt.

Damit würden dann durch Arbeitslosigkeit nicht nur dem Arbeitslosen das Leben zerstört, sondern auch noch gleich die Sippenhaft eingeführt. Wohin das alles zielt ist ja auch klar. Und die Ministerin macht kein Hehl daraus:

Das Wahlprogramm der Union werde deutlich machen, "dass wir den Niedriglohnsektor beleben wollen", so Lautenschläger weiter.

Die Union stellt sich vermutlich sowas wie Indien in Deutschland vor. Sind doch echte Perspektiven für die Bürger der Bundesrepublik ...

Mexikos Besiedlung älter als bisher angenommen

Denn es wurden 40.000 Jahre alte Fußspuren in Mexiko gefunden:

In Mexiko haben Forscher menschliche Fußspuren entdeckt. Die Abdrücke sind älter, als sie nach der Theorie von der Besiedlung Amerikas sein dürften.

Hingegen ist es nur ein Gerücht das neben den Fussspuren an der Wand eine Grafitti mit den Worten Kilroy was here gefunden wurde

PHP-Serialize für Python

Hurring.com : Code Vault : Python : PHP-Python Serialize : v0.3b ist eine Implementation des PHP serialize() Zeugs in Python. Sehr praktisch für WordPress: in den Optionen werden oft serialisierte Strukturen gespeichert die man so wieder auflösen kann - man kann so z.B. Tools schreiben, die direkt auf der Datenbank aufsetzen, aber in Python geschrieben sind. Der Autor hat das gleiche auch noch mal für Perl gemacht - man kann also zwischen Python, Perl und PHP einfache Datenstrukturen hin und her schieben.

Quengelköppe und Open Source

IT-Entscheider fordern in einem offenen Brief mehr Konzentration auf die ihnen wichtigen Bereiche:

In einem offenen Brief an "die" Open-Source-Community haben IT-Entscheider aus verschiedenen Bereichen dazu aufgefordert, sich mehr an den tatsächlichen Bedürfnissen von Nutzern aus dem Unternehmensbereich zu orientieren.

Ich finds ja immer wieder faszinierend mit welcher Dreistigkeit manche Menschen Forderungen an freiwillige Arbeit stellen, um dann diese für eigene Zwecke zu nutzen. Die einen fordern die Abschaffung der GPL, weil ihnen die Bedingungen nicht passen, die nächsten fordern die Konzentration auf den Desktop, weil sie halt was als Alternative zu Microsoft wollen, andere fordern mehr Konzentration auf Hochleistungsserver, weil ihnen SUN-Maschinen mit Solaris oder IBM-Server mit AIX zu teuer sind.

Komischerweise höre ich aber immer nur in offenen Briefen irgendwelche Forderungen - es wäre aber wesentlich sinnvoller schlicht und einfach das entsprechende Projekt finanziell und mit Manpower zu unterstützen. Aber das wäre ja eigene Leistung, das will man ja gerade vermeiden. Dazu passen dann auch Forderungen nach besserem Support und bessere Dokumentation - beides Sachen, die Firmen ohne weiteres selber auf die Beine stellen könnten. Aber man ist sich da zu fein zu.

Sorry, aber für mich klingen solche offenen Briefe an Open Source Entwickler immer wie quengelige kleine Kinder, die unbedingt ein Eis wollen.

Sorry, Leute, aber so läuft das nicht. Ein grosser Teil der Open Source Community besteht eben noch aus Hackern und begeisterten Amateuren und Fricklern. Das produziert oftmals grosse Scheisse und immer wieder mal geniale Lösungen. Und es produziert eben nur das, wozu die Leute Lust haben - wenn Dokumentation schreiben für jemanden langweilig und nervig ist, wird er seine Freizeit nunmal nicht darauf verwenden.

You have an itch? Scratch it. Yourself.

Sodann will in den Bundestag

Und meine Stimme hätte er. Aber natürlich haben die etablierten Politiker was zu meckern und fordern von ihm die Aufgabe seines Schauspielerberufes. Dabei wäre das Gegenteil - das die Berufspolitiker mal sich den Realitäten des Lebens stellen müssten - viel wünschenswerter.

Sodann hat mit seinem sozialen Engagement und dem Einsatz für sein Theater gezeigt das er weitaus mehr Antworten hat als die tollen Prolethiker in Berlin. Also gebt dem Mann eine Chance. Schlimmstenfalls haben wir einen im Bundestag sitzen dessen Auftreten wesentlich menschlicher ist und der noch weiss was die kleinen Menschen auf der Strasse eigentlich sind.

Update: Peter Sodann hat seine Kandidatur zurückgezogen. Da ich ihn als Kommissar Ehrlicher im Tatort sehr mag, weiss ich nicht mal ob ich darüber traurig sein soll

Softwarepatent-Richtlinie vor dem Aus?

Es wäre ja wirklich schön wenn die Softwarepatent-Richtlinie vor dem Aus stünde:

Laut Lehne wollen vier kleinere Fraktionen in der für den morgigen Mittwoch geplanten Abstimmung über die Richtlinie und mögliche Änderungen den Vorschlag des Europäischen Rates komplett zurückweisen, heißt es in einer AFP-Meldung, die unter anderem bei der Berliner Zeitung zu finden ist.

Leider glaube ich das erst wenn ich es sehe. Denn bisher wurde ja schon öfter der bevorstehende Abgesang proklamiert, aber real ist das Teil trotzdem weiter gekommen. Ausserdem würde ich mich nicht wundern wenn der Rat die gleiche Direktive einfach wieder vorne losschickt, ohne wirkliche Änderungen. Oder wenn das Gerede vom Aus einfach nur der Versuch ist die Softwarepatentgegner in Sicherheit zu wiegen und dazu zu bringen in den Bemühungen nachzulassen.

Von daher: weiter gegen Softwarepatente schreiben und sprechen. Mal den eigenenen EU-Abgeordneten anschreiben. Auch mal die anschreiben, mit denen man sonst nix zu tun haben will - und darauf hinweisen, das durch die Softwarepatentrichtlinie Europa an die Riesen der Softwareindustrie verschachert wird.

Verstrickungen des Märzhasen?

Über Sodann regen sich die Prolethiker in Berlin auf, aber über das Possenspiel der Besetzung des Aufsichtsrates der Deutschen Börse wird natürlich nix gesagt. Und das obwohl da klare Konflikte erkennbar sind:

Im Hauptberuf ist Merz Anwalt und vertritt als Rechtsberater den Chef des britischen Hedge-Fonds TCI, Christopher Hohn. Der Hedge-Fonds-Manager hatte die geplante Übernahme der Londoner Börse (London Stock Exchange/LSE) durch die Deutsche Börse verhindert.

Und dann soll der Märzhase demnächst noch irgendwas im Kabinett Merkel sein. Tolle Idee, tolle Zukunft.

Every smile you fake ...

... we'll be watching you. Sting rules

Und Pink Floyd natürlich auch. Aber die sind eh ausser Konkurrenz.

Objekte und Funktionen mit JavaScript

Da immer mal wieder der OO-Aspekt von JavaScript ignoriert wird, hier mal ein Text über Object Hierarchy and Inheritance in JavaScript.

Ich selbst bin seit meinen ersten Kontakten mit Prototyp-OO-Sprachen wie Self und NewtonScript ein Fan dieser Denkrichtung von OO - das Schubladendenken der klassenbasierten OO Ansätze ist oft einengend, gerade bei der Modellierung von Realwelt-Objekten.

Übrigens hat JavaScript auch noch eine ganze Menge anderer netter Eigenschaften die gerne übersehen werden - allen voran die netten anonymen Funktionen, über die Closures in JavaScript realisiert werden. Und higher-order programming lässt sich damit auch realisieren.

Wenn man jetzt Prototype-OO und Higher-Order-Programming zusammenpackt, kommt unter Umständen sowas wie Prototype heraus - einer Bibliothek für JavaScript mit einer Menge interessanter Erweiterungen wie z.B. eleganter Ajax-Bindings, einfacherer Callback-Konstruktion und noch vielen anderen Spielereien. Eine weitere Möglichkeit könnte sich aus Bob Ippollitos MochiKit ergeben, wenn es denn mal veröffentlicht ist (und es dem Hype standhält).

Prototype erfordert übrigens eine Menge an Vorstellungskraft was damit gemacht werden kann - es gibt nämlich keine Dokumentation

Open-Source-Dummschwätzer

Eric Raymond behauptet die GPL könne dem Erfolg von Open Source schaden:

Eric S. Raymond hat Federico Biancuzzi vom italienischen Linux-Magazin Linux&C während des internationalen Forums für freie Software in Brasilien erklärt, dass die General Public Licence den Fortschritt von Open Source behindern könnte.

Was dahinter steckt ist natürlich nur weiter seine grenzenlose Dummheit und Geltungssucht und der ständige Minderwertigkeitskomplex gegenüber Richard Stallman - denn im Gegensatz zu Eric hat Richard ein Konzept und eine durchgängige Idee. Egal wie man dazu steht was Richard Stallman sagt - man muss anerkennen das er eine Linie hat und die klar verfolgt.

Eric Raymond hingegen fällt über Jubelschreie er sei Millionär und andere dumme Sprüche auf - und dadurch das er andere Open Source Leute wie Bruce Perens bedroht. Und ansonsten ziemlich viel dummes Zeug sabbelt.

Die GPL abzuschaffen wäre eine selten dumme Idee, denn in vielen Bereichen ist es gerade die GPL die die Open Source Projekte schützt - man sehe einfach nur mal auf die aktuellen GPL-Verletzungen. Wären die entsprechenden Sourcen unter BSD-Lizenz, würd sich keiner drum scheren und das Thema wäre erledigt - Firmen würden sich einfach billig bedienen und das wars.

Aber Eric Raymond hat den Unterschied zwischen Freier Software und Freibier eben nie kapiert ...

Shit hits Fan

Denn der Scharfe Internet-Explorer-Exploit der jetzt veröffentlicht wurde sollte selbst Microsoft klarmachen das ihre Haltung zum jüngsten Loch im IE ein bischen extrem blauäugig war. Sie hätten wohl doch besser statt eines simplen Advisories gleich einen Patch rausgeben sollen. Am besten einen Patch der gleich den ganzen IE beseitigt ...

T-Mobile ist dämlich

Ehrlich jetzt. Bei der ersten Etappe mit Zielsprint ist es mir erst richtig aufgegangen wie dämlich die sind. Klar, Zabel hat nicht oft Etappen gewonnen - aber er war ständig vorne dabei wenn es um den Zielsprint ging. Und damit wurde der Sponsor vorne ständig gezeigt. Bei jeder Sprintankunft. Schön werbewirksam. Und jetzt? Nix.

Wie gesagt, die sind selten blöd.

Weitere Demontage des Rechtes auf Bildung

Die Zeit über den Rückzug der Bundesländer aus der Lehrmittelfreiheit - denn die Studiengebühren sind ja nicht ausreichend um die Bürgersöhnchen und -töchterchen vor den schmutzigen Arbeiterkindern zu schützen. Könnte ja sein das eines davon so gut ist das es eines der wenigen Stipendien bekommt - also sorgen wir gleich im Vorfeld dafür, das sie garnicht erst die Chance bekommen so weit zu kommen.

Bildung ist unser höchstes Gut - und wird immer stärker eingeschränkt. Die Preise für Fachliteratur sind heftig angezogen und werden für viele Eltern problematisch sein. Ich weiss aus eigenem Familienumfeld (und auch aus eigener Erfahrung meiner eigenen Schulzeit) wie eingeschränkt Schüler werden wenn ihre Eltern eben nicht jederzeit das Geld einbringen können wie die Schule es erwartet - das wird durch den Kauf von Schulbüchern noch stärker. Sicherlich werden so manche Eltern überlegen ob sie ihre Kinder aufs Gymnasium schicken oder doch lieber die drei Jahre zusätzliche Schulzeit - mit einem noch grösseren Pensum an nötigen Fachbüchern als in den Stufen davor - sein lassen.

Die Richtung die hier eingeschlagen wird ist grundfalsch. Das kann nicht einfach nur mit falschem Sparverständnis erklärt werden, in manchen Fällen muss man Absicht unterstellen, so massiv wie mitlerweile genau die Teile abgebaut werden die zur Sicherung der Chancengleichheit von Arbeitern und deren Familien mal eingeführt werden.

Auch so ein Stück aus dem Tollhaus

Die Lufthansa verdient an der Abschiebung von Ausländern (denn der Staat zahlt da volle Gebühren für einen Flugplatz für), darf aber nicht im Rahmen einer Online-Aktion mit Protest bedacht werden. Denn das ist ja verwerflich, auch wenn es nur die Übertragung der Aktionärsversammlung betraf und nicht das eigentliche Buchungsgeschäft. Trotz Anmeldung der Aktion und vorheriger juristischer Beratung ist der Aktivist jetzt vorbestraft. Und was ist der grossartige Schaden um den es geht? 43000 Euro bei der Lufthansa für angebliche Gegenmaßnahmen ...

Sorry, aber irgendwo hakts da bei mir. Klar, Denial-of-Service-Attacken sind ein Problem und sind eine ziemlich massive Demonstration - andererseits sind Autobahnblockaden, Schienenblockaden oder grosse Protestmärsche auf Hauptverkehrsstraßen auch nichts anderes. Das ist nunmal wesentlicher Bestandteil einer Demonstration, das eine Form gewählt wird, die aufgrund der Nebenwirkungen eben auch bemerkt wird. Sich freundlich lächelnd mit ner Kerze in die Hand irgendwo hinstellen wo man keinen stört ist keine Demonstration, sondern ein Kirchentag.

Gerade die Aktion gegen die Lufthansa war nun aber genau wie eine Demo vorbereitet und aufgezogen worden - aber das Gericht ignoriert das Demonstrationsrecht eben. Ist ja Internet, scheiss drauf. Komisch, vor wenigen Tagen wollten noch Innenminister verhindern, das das Internet ein rechtsfreier Raum wird. Aber vermutlich meinten sie wohl eher was anderes damit ...

GEMA im Grössenwahn

Jedenfalls kann man sowas anders nicht erklären: GEMA fordert Provider zur Sperrung von Websites auf. Ich dachte schon das zu sowas erstmal eine richterliche Feststellung nötig wäre - ja, ich weiss, Büssow hat das auch ohne richterliche Verfügung gemacht, aber der hat wenigstens die Ausrede ein Teil der Exekutive zu sein. Die GEMA ist nur eine Gebührenverwaltung, mehr nicht. Sperrforderungen aufzustellen ist schon ziemlich dreist von denen ...

Kais Horrortools Flashback

Irgenwie fast wie ein Zombie aus dem Grab: ArtRage ist ein Malprogramm mit dem was Kai Krause mal unter intuitiver Oberfläche verstanden hat - also entgegen jeder Form von Interface Style-Guides, grausig bunt, quietschig und irgendwie Tele-Tubby-mäßig. Fehlt eigentlich nur noch das Ohhhhhhh-Geräusch ...

Hmm. Ich mag das Programm. Fragt mich nicht warum. Ich mags einfach.

Nimm das, Otto!

Owl Content

Speicherung von IP-Adressen bei T-Online rechtswidrig:

Schon in der Verhandlung Ende Mai war bei Voss der Eindruck entstanden, dass es dem Anwalt von T-Online nicht gelungen sei, den Richter davon zu überzeugen, dass die Aufbewahrung insbesondere der IP-Adressen für Abrechnungszwecke erforderlich sei. Diese Einschätzung bestätigte sich nun in der vom Gericht gefällten Entscheidung.

Zum heutigen Scharadenspiel

Rabenhorst mag den Vertrauensfrage-Fake auch nicht. Und verlinkt die Rede von Werner Schulz als Word Datei. Ich war mal so frech und hab da eine PDF-Datei draus gemacht.

Es ist wirklich ein Trauerspiel was da abgezogen wird und wie sich diese Prolethiker dafür noch auf die Schulter klopfen, als hätten sie was geleistet. Die Feiglinge haben für 4 Jahre den Auftrag bekommen die Regierung zu schmeissen - und das einzige was sie schmeissen, sind die Brocken - und zwar hin.

Sorry, aber das war wirklich kein Meisterstück. Man würde sich fast wünschen das Köhler ein einziges Mal Rückgrat und Verstand zeigt und den ganzen Mumpitz in die Tonne kloppt. Oder das die Klagen gegen den Mummenschanz vor dem Verfassungsgericht Erfolg haben.

Besonders absurd die angebliche Begründung: man wolle den Wähler entscheiden lassen und rechne sich bei Neuwahlen Chancen aus - sorry, bitte was? Was für eine Art von Realitätsverlust ist das? Die Landtage sind nicht anders besetzt, nur weil sich die SPD aus der Verantwortung verpisst. Würde die SPD wieder gewählt, hätte sie die gleichen Landtage und damit den gleichen Bundesrat vor der Nase wie jetzt.

Die Spezialdemokraten können rumsabbeln wie sie wollen, was sie hier veranstalten ist nichts weiter als sich aus der Verantwortung stehlen. Die wollen nicht wieder gewählt werden. Und das Mandat das ihnen von den Wählern bei der letzten Bundestagswahl erteilt wurde interessiert sie auch nicht.

Die Herberge zur verlorenen Freiheit

David Souter, einer der Richter die das absurde Enteignungsentscheidung des obersten Gerichtshofs mitgetragen hat, kriegt jetzt vielleicht seine eigene Medizin zu schlucken:

In der Kleinstadt Weare in New Hampshire will eine Investitionsfirma ein Hotel an der Adresse 34 Cilley Hill Road bauen. Nur stehe ausgerechnet an dieser Adresse noch ein Haus. Zufällig das von Bundesrichter David Souter. Ja, das ist einer der Richter, der das Urteil mit unterschrieben hat. Woanders würde das "Lost Liberty Hotel" leider keinen Sinn ergeben, da es ein Museum über Bürgerrecht enthalten soll. Und schließlich Außerdem würde ja die gesamte Bürgerschaft von den Steuereinnahmen und so weiter..

In dem Urteil ging es darum, das Enteignung auch dann legal ist, wenn nicht höheres Wohl der Gesellschaft sondern reiner Profit die Motivation für den Bau ist - wer Geld hat, bekommt danach dann das Recht auf Grundstücke, auch wenn diese schon bewohnt sind. Hoffen wir, das der Bauausschuss der Stadt Rückgrat hat und den Richter nach seinem eigenen Urteil behandelt.

Dänische Regierung für gravierende Änderungen an der Softwarepatent-Richtlinie

Die Dänische Regierung plädiert für gravierende Änderungen an der Softwarepatent-Richtlinie:

Die darin [der Zusatzbemerkung zum EU-Ratsvorschlag] zum Ausdruck gebrachten Ziele Dänemarks, keine Patente auf reine Software und auf Geschäftsmethoden zuzulassen sowie die Interoperabilität zu sichern, präzisiert der Däne nun in dem Brief.

Wobei das ganze mir nicht wirklich verlässlich erscheint - Dänemark ist auf die Ratslinie eingeschwenkt und hat nur eine Zusatzanmerkung hinterlassen. Ob sie jetzt tatsächlich zu ihren Forderungen stehen oder ob das ganze nur Show fürs eigene Parlament ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Aber immerhin machen sie wenigstens eine Show draus - im Gegensatz zu unserer Justizministerin, die sich offen gegen den Bundestagsbeschluss verhält.

Heuschrecken am Wasserhahn

Schon etwas älter, aber ein interessanter Bericht über die Abwirtschaftung eines gut gehenden Unternehmens durch Turbokapitalismus und Geldgier.

Interessant daran nicht nur wie durch die reine finanzielle Ausbeutung das Unternehmen selber massiv geschädigt wurde, so das am Ende tatsächlich keine gute Lage mehr bleibt - auch die Auswirkungen auf die Umgebung wie z.B. die geringeren Gewerbesteuereinnahmen der Stadt sind interessant. Eine Bewegung die wir an vielen Stellen im Moment beobachten können - Unternehmen werden wegen des kurzfristigen Gewinnes verkauft und gehen dann den Bach runter, weil die neuen Eigentümer kein Interesse an der Firma oder den Mitarbeitern haben, sondern allein an der Rendite ihrer Investition. Parallel dazu geht die jeweilige Region gleich mit den Bach runter - weil die Investoren auch kein Interesse an den gewachsenen Strukturen haben. Heuschrecken haben eben keine wirkliche Heimat.

Gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, das dieses dumme Geschwätz von Förderung der Investitionen in der Wirtschaft nur genau das ist - dummes Geschwätz. Davon werden unsere Probleme nicht kleiner, davon wird das Sozialsystem nicht gerettet. Das Gegenteil wird der Fall sein - denn die Investoren, die einsteigen, sind eben immer häufiger Hedge-Fonds oder Private-Equity-Fonds oder andere Finanzinvestoren die eben nur einen schnellen Euro machen wollen - und sich bei den Plänen der Regierung und Opposition (so die denn die nächste Regierung stellen) die Hände reiben.

Heuschrecken haben nunmal kein Interesse an Ausbildungsförderung, Mitarbeiterschulung, Mindestlöhnen und Inlandsproduktion. Sie haben auch kein Interesse an unserer Gesellschaft oder unserem Sozialsystem.

Microsoft lernts nie

Fehler im Internet Explorer mit ungewissen Folgen:

Microsoft kann laut Bernhard Müller von SEC Consult zwar ebenfalls die Abstürze nachvollziehen, sieht aber keine Gefahr, dass fremder Code zur Ausführung kommen könnte. Deshalb wolle Microsoft zwar demnächst die Behandlung von COM-Objekten robuster gestalten, aber kein Sicherheits-Update herausgeben.

Es geht um einen Crash der harten Art - in direktem Maschinencode. Jeder der nur rudimentäre Ahnung von sowas hat weiss, das es sich dabei um ein potentielles Einfallstor für Schadcode handelt - passend gesetzte Daten für den Crash und man hat unter Umständen einen Durchmarsch in das System. Aber Microsoft sieht keine Gefahr ...

Pass-Chips und deren möglicher Missbrauch

Owl Content

Schon etwas älter, aber trotzdem interessant: Biometrie/BSI-Vortragsprogramm auf der CeBIT 2005. Speziell interessant die Aussagen zur Authorisierung der Lesegeräte am Pass-Chip:

Der ICAO-Standard schlägt gegen nicht authorisiertes Auslesen optional einen passiven Authentifikationsmechanismus vor (Basic Access Control). Kügler schätzte dessen Effektivität als nur gering ein. Für das Gesichtsbild sei Basic Access Control insofern jedoch geeignet, da es sich hier um nur schwach sensitive Daten handeln würde.

Das ist der Teil, um den es derzeit geht beim Pass - das Authentifizieren des Lesegerätes beim Pass über die Daten der maschinenlesbaren Zone. Dieser Weg ist gegen Kopieren des Schlüssels nicht geschützt - wenn der einmal ermittelt ist, kann er benutzt werden um einen Pass zu erkennen. Auch aus grösserer Entfernung.

Der kontaktlose Chip im Paß nach ISO 14443 wird (natürlich) maschinenlesbar und digital signiert sein sowie die biometrischen Daten enthalten. Als Auslesedistanz gab Kügler einige Zentimenter an, wies jedoch darauf hin, daß mit heutiger Technik ein Auslesen auf mehrere Meter Entfernung möglich sei. Um einen Kopierschutz zu gewährleisten, soll sich der RFID-Chip mittels eines individuellen Schlüsselpaars, das ebenfalls signiert wird, aktiv authentisieren.

Wichtig hier: der Kopierschutz wird durch eine aktive Zweiseitige Authentifizierung erledigt. Ein Pass könnte also auch mit gespeichertem Schlüssel nur dann ausgelesen werden, wenn er aktiv beteiligt ist. Die dann übermittelten Schlüssel sind sozusagen auf die jeweilige Kommunikation gebunden - denn sowohl Pass als auch Lesegerät hätten ein jeweils eigenes Schlüsselpaar. Dadurch sind auch Angriffe über Sniffing der Authentifizierung wesentlich komplizierter, da man zwei Schlüsselpaare knacken muss um mit den Daten etwas anfangen zu können. Leider ist aber derzeit eben nur das Basic Verfahren angedacht, also nur die Schlüssel pro Lesegerät. Und es kommt noch schlimmer:

Den Fingerabdruck hingegen schätzte Kügler als stark sensitives Merkmal ein. Daher müsse der Zugriffsschutz durch einen aktiven Authentifikationsmechanismus (Extended Access Control) gewährleistet werden. Im ICAO-Standard wurde dieser nicht definiert, ist damit also nur für nationale Zwecke oder auf bilateraler Ebene verwendbar.

Otto Orwell träumt also davon Fingerabdrücke zu speichern - das Verfahren, wie diese aber gesichert werden müssten, ist noch garnicht definiert und standardisiert. Eine solche Speicherung wäre also auch nicht übergreifend Nutzbar. Ebenfalls wichtig ist die Sicherstellung, das nur authorisierte Geräte lesen dürfen. Dazu bekämen alle Lesegeräte ein Schlüsselpaar, welches von einer Zentralstelle signiert sein muss. Jeder der schom mal mit einer Zertifizierungsstelle zu tun hatte weiss, das es zwingend eine Sperrliste geben muss - einen Weg, wie man Zertifikate zurückziehen kann. Gerade auch bei Pass-Lesegeräten wäre das wichtig, wenn diese z.B. entwendet würden (nicht lachen, auch an Grenzeinrichtungen verschwinden Geräte - hey, es sind schon ganze Röntgenschleusen aus Flughäfen geklaut worden). Dummerweise sehen das die Experten anders: >n der nachfolgenden kurzen Diskussion wurde die Frage gestellt, ob ein Mechanismus vorgesehen sei, die Schlüssel der Lesegeräte zurückzuziehen (Revokation). Kügler gab an, daß dies bisher nicht der Fall sei. Es sei jedoch momentan in der Diskussion, die Gültigkeit der Schlüssel zeitlich zu begrenzen, dies wäre aber noch nicht entschieden.

Hallo? Also es gibt keine Möglichkeit einen Schlüssel eines Gerätes zurückzuziehen. Und es gibt - derzeit - keinen Ablauf eines Schlüssels. Wenn jemand also an ein Lesegerät herankommt, hat er den Schlüssel des Gerätes und dessen Technik zur Verfügung um jeden Pass in der Nähe auszulesen. Ohne Möglichkeit ein missbräuchlich eingesetztes Gerät wieder los zu werden. Das ist wie ein Computersystem, bei dem man keine Möglichkeit der Passwortänderung hat und keine Möglichkeit einen User - selbst bei nachweislichem Fehlverhalten - zu löschen.

Und nochmal, die erweiterte Prüfung (und nur für die ist wohl diese Schlüsseltechnik plus Zertifikat im Lesegerät gedacht) ist nur ein Vorschlag (der möglicherweise wegen des mangelnden Interesses der Amerikaner an der ganzen Sache garnicht umgesetzt wird):

Den Vorschlag des BSI bezüglich der Extended Access Control beschrieb Kügler im Anschluß. Demnach wird für jedes Lesegerät ein asymmetrisches Schlüsselpaar mit einem korrespondierenden, verifizierbaren Zertifikat erzeugt (Berechtigung nur pro Lesegerät). Daher muß der Chip für die Extended Access Control Rechenleistungen erbringen können. [...] Innerhalb der EU ist der Zugriffsschutz durch die Extended Access Control derzeit nur als Vorschlag zu sehen, sagte Kügler. Ein weiterer (namentlich unbekannter) BSI-Kollege pflichtete ihm bei und fügte hinzu, daß von seiten der US-Amerikaner ohnehin kein Fingerabdruck als biometrisches Merkmal auf dem Chip gefordert werde, ihnen würde vielmehr das digitale Gesichtsbild genügen. Lediglich inneramerikanisch sei eine digitale Aufnahme des Fingerabdrucks geplant. Aus diesem Grund sei also die technische Umsetzung der Extended Access Control nicht dringlich.

Nur in diesem Vorschlag ist es überhaupt vorgesehen das die Geräte eindeutige Schlüsselpaare und darauf beruhende Zertifikate erhalten. Warum das ganze jetzt so kritisch ist? Nunja, die Diskussion konzentriert sich ständig nur auf die Daten und das Auslesen der Daten - aber die sind garnicht mal so kritisch. Denn selbst die gespeicherten Fingerabdrücke sind ja nicht die kompletten Fingerabdrücke zwecks Rekonstruktion, sondern nur die relevanten Kenndaten zwecks Wiedererkennung (wobei auch da noch die Diskussion aussteht ob diese gespeicherten Kenndaten wirklich eindeutig sind - gerade in dem globalen Rahmen von dem wir reden - oder ob da nicht deutlich mehr Daten gespeichert werden müssen als bei einem rein nationalen Ansatz).

Was aber immer möglich ist, wenn wir von solchen Pässen reden: die Authentifizierung und Identifikation einer Person. Eine Zweiwegeauthentifizierung kann alleine als Authentifizierung schon sagen wer in meiner Nähe ist. Habe ich z.B. für das vereinfachte Verfahren einen Key eines Passes gespeichert, kann ich mit diesem Key dann jederzeit berührungslos feststellen, ob dieser Pass in der Nähe ist - natürlich nur im Rahmen der Sicherheit der kryptografischen Algorithmen, aber das wäre schon eine ziemlich sichere Bestätigung, denn das zwei Pässe auf den gleichen Key eine Authentifizierung erlauben wäre schon eine ziemliche Pleite des ganzen Verfahrens und ist hoffentlich von den Entwicklern ausgeschlossen worden.

Ich kann also mir die Keys von Personen besorgen - für das vereinfachte Verfahren reicht dazu das was in der maschinenlesbaren Zeile des Passes steht - zum Beispiel einfach durch simple mechanische Wege wie Einbruch, Taschendiebstahl, Social Engineering, etc. - und die speichern. Dann kann ich ein Lesegerät damit füttern das z.B. an einem definierten Bereich einfach mehrere Passdaten die mich interessieren bei Durchschreiten einer Schleuse - z.B. eine Drehtür mit vorgegebener Drehzahl ist da sehr praktisch - prüfen. Nur der Pass mit den entsprechenden Daten in der maschinenlesbaren Zone wird seine Daten darauf rausrücken, bzw. eine Bestätigung der Authentifizierung geben.

Ich könnte also zum Beispiel ermitteln wann eine Person ein Gebäude betritt und verlässt - ohne das Wissen dieser Person und vollautomatisch. Bei einer Authentifizierungszeit von 5 Sekunden kann man da schon mehrere Keys durchprüfen wärend jemand durch die Drehtür geht.

Natürlich ist das weiterhin keine Identifikation der Person - sondern nur des Passes. Aber gerade wenn die so überwachte Person nichts von der Überwachung weiss wird der Pass eben an der Person getragen. Es gibt ja keinen Grund den Pass nicht dabei zu haben. Und im Ausland ist es oft eine schlechte Idee seinen Pass nicht dabei zu haben - also ist er in den Fällen zwangsweise in der Nähe der Person.

Nunja, aber das ist ja laut Otto Orwell alles nur Angstmacherei und sowieso nicht wahr und völlig falsch. Basiert nur dummerweise auf Aussagen von Mitarbeitern des BSI - die im Prinzip seine Leute sind.

Wenn Webdesigner ein Schimpfword ist

Zum Beispiel bei solchen Firmen, die gegen ALT-Attribute an IMG-Tags wettern und die dann auch noch fälschlicherweise ALT-Tags nennen. Naja, Inkompetenz ist deren Konzept:

Just exactly what text can a person read or see in a 1 x 1 pixel gif? Zippo. Thus, the text or line reader, JAWS, cynthia, etc, should be smart enough to see that the image size of Height="1" and Width="1" and automatically know it's a spacer and then make a if-then condition to NOT PRONOUNCE alt tag in the spacer.gif.

Ich hab ja selber eine ganze Menge Table-Layouts schon bearbeitet - unter anderem weil sie einfach nunmal da waren - und ich kann mich nicht daran erinnern wann die Spacer tatsächlich in 1x1-Pixel ausgegeben wurden. Klar, das Bild selber war nur 1x1 Pixel gross, aber die width und height Angaben an den IMG-Tags natürlich entsprechend der Grösse die aufgespannt werden sollten. Ausserdem waren noch jede Menge andere Layout-Elemente als IMG-Tags im Source, alle Kandidaten für ALT="" - aus gutem Grund, Layout-Grafiken sollen von Screen-Readern korrekt umgangen werden. Nach deren Vorstellung aber soll wohl der Screeenreader erst das für ihn völlig unnütze Grafikelement laden und draufgucken wie gross es ist. Nur weil die Trolle zu faul sind ALT="" an IMG-Tags zu schreiben.

Oh, und sie verlangen von Screenreadern auch noch mehr Intelligenz:

HERE IS SIMPLE SOLUTION so EVERYONE WILL NOT HAVE TO RE-WRITE THEIR PAGES just for you.

READ THE BIG TEXT FIRST, either font tags with say 3 to 7, or CSS styles with the biggest fonts sizes. Next, read the 2nd largest fonts second, and so on. This is JUST LIKE WHAT HUMAN WOULD DO ANYWAY.....So, look for Font tags with a setting 7 or 6 or 5 or 4 and down and in that order and then start reading it. Same with CSS, PIXELS sizes of say 24px should be read FIRST, NOT LAST!! How hard can this be? This what the browsers do anyway, so why can't you do it?

Genau. Sollen doch die Screenreader sich aus der Tagsoup raussuchen was sie brauchen (inklusive Analyse von font-Tags und solchem Müll), anstelle das der Designer sich mal überlegt was er produziert und eine einigermaßen logische Struktur für textonly-Browser liefert. Hey, wozu gibt es wohl seit HTML 1 die h-Tags und ihre Freunde? Ach watt, ist sicherlich alles nur Einbildung ...

Aber bei denen findet man eh noch mehr Perlen, wie zum Beispiel die Diskussion über CSS vs. Tabellen-Layouts, in denen CSS natürlich so richtig schlecht gemacht wird. Weil sie so ganz und gar garnix kapiert haben was CSS ausmacht und warum man HTML und CSS trennt und was daran die gute Idee ist. Weil sie vermutlich in ihrem ganzen traurigen Designerleben keine einzige gute Idee hatten und sie deshalb nicht mal erkennen würden wenn sie ihnen mit nem dicken Knüppel auf die Rübe haut, die gute Idee.

Achja, zum Ende noch ein Wort der Warnung an aktuellere Designer: guckt euch lieber nicht deren Sourcecode an, denn der wird euch Haarausfall, aufgerollte Fussnägel und faulige Zähne verursachen

Banalpatent mal wieder

Amazon erhält Patent auf "verwandte Produkte" - ja, genau, dieses wer folgendes Produkt gekauft hat, hatte auch Interesse an folgenden weiteren Produkten hat jetzt ein US-Patent. Und klar, sowas würde natürlich nie als Patent in Europa durchsetzbar sein (und Schweine können fliegen). Schön wenn man sehen kann wie innovativ Softwarepatente sind und wie wichtig für die Stärkung der Softwareindustrie sie sind - denn mit so einem Patent könnte man im Abmahn-Eldorado Deutschland ganz herrlich Reibach machen und störende Konkurrenz rauskicken. Übrigens haben die doch auch schon das Patent auf One-Click-Bestellungen. Ja, Web-Shops könnten ein legales Minenfeld werden wenn sich die Softwarepatentrichtlinie des EU-Rates durchsetzt. Und Patentanwälte werden fett und reich ...

Immer noch komische Finder-Geschichten

Mein Finder zeigt immer noch im Kontextmenü für eine Datei in dem Öffnen mit Untermenü alle Anwendungen 2x oder sogar 3x an. Und ich krieg ums verrecken nicht raus wie man das beseitigt. Hat das noch niemand sonst gehabt, das Problem? Muss man doch irgendwie bereinigen können, schliesslich wird das Menü doch vom OS X dynamisch aus den installierten Anwendungen erstellt - dazu muss es aber irgendwo eine Typeregistry oder sowas geben, wo sich Anwendungen eintragen, damit OS X weiss, das sie diesen Dateityp lesen können. Und die Stelle müsste man doch aufräumen können. Nur wie verflixt noch mal geht das? Wo merkt sich OS X, welche Programme welche Dateitypen öffnen können?

Schily hält Datenschutz für Angstmacherei

Owl Content

Bedenken von Datenschützern sind Angstmacherei - behauptet jedenfalls Otto Orwell:

Bedenken gegenüber biometrischen Pässen, RFID-Technologie und Teleüberwachung, geäußert etwa von Datenschützern, sind Angstmacherei, auf die man nicht hereinfallen sollte, sagte Bundesinnenminister Otto Schily beim Symposium "Computer in der Alltagswelt - Chancen für Deutschland" in Berlin. Die genannten Technologien dienten nicht dazu, Bürger zu überwachen oder zu unterdrücken, sondern ihre Sicherheit zu erhöhen.

Komisch. Ich glaube eher das Otto Orwells Gerede einfach nur Angstmacherei - welche Sicherheit soll durch massive und massenhafte Ausspioniererei der Bürger denn erhöht werden? Doch wohl nicht die der Bürger - aber denen wird mit Pseudo-Risiken und angeblichen Lösungen dafür dann ala Bush-Administration auch in Deutschland die Reduzierung der Bürgerrechte untergeschoben. Ohne Rücksicht auf Fakten, ohne Rücksicht auf Verhältnismäßigkeit.

Die Unkenntnis, die er den Kritikern unterstellt, liegt wohl eher auf seiner Seite. Denn mag er als Anwalt vielleicht noch als kompetent betrachtet werden können (jedenfalls kann ich da seine Kompetenz nicht beurteilen), von Kryptografie und deren Risiken - wie sie zum Beispiel im Rahmen von 10 Jahre gültigen Pässen zum Tragen kommen - hat er nicht die blasseste Ahnung.

Wer will heute schon Aussagen über die Sicherheit kryptografischer Methoden machen, wenn er diese Aussage für einen Zeitpunkt in 10 Jahren machen soll? Ja, ich weiss, Otto Orwell macht das - wie gesagt, er hat schlicht keinen Plan wovon er da redet. SHA1 war auch mal als sichere Alternative zu MD5 Signaturen beschrieben worden - und ist im Prinzip geplatzt. MD5-Signaturen sind mitlerweile völlig unbrauchbar - wie es von Wissenschaftlern bewiesen wurde, als sie zwei reale Texte mit sinnvollem Inhalt und identischer MD5-Signatur produziert haben. Von armseligen Politikern mit viel zu kleinen Schwänzen Hirnen jedenfalls, die ihre angeblichen Heilslehren mit absurden Behauptungen den Bürgern unterschieben wollen, hab ich die Nase gestrichen voll. Und von deren idiotischen Argumentionsschleifen, mit denen sie die totale Überwachung als Sicherheitsfeature den Bürgern verkaufen wollen, schon lange.

Wer mal wieder lachen will ...

Study Shows Windows Beats Linux on Security - diesmal hat sich Microsoft die gewünschten Ergebnisse von der Firma Wipro gekauft. Genauso hanebüchen wie frühere Versuche in die gleiche Richtung. Enthält dann so Perlen wie:

“We already know how to secure a Windows-based solution and keep it running smoothly,” says Stephen Shaffer, the airline’s director of software systems. “With Linux, we had to rely on consultants to tell us if our system was secure. With Windows, we can depend on Microsoft to inform us of and provide any necessary updates.”

Sorry, aber jetzt mal ganz ernsthaft: wenn mir mein IT-Leiter erzählt das er sich bei der Sicherheit seiner Systeme auf Microsoft verlässt, wär das für mich ein Grund den Typen schnellstmöglich zu feuern

WordPress 1.5.1.3

WordPress 1.5.1.3 hat einen wichtigen Security-Fix. Also mindestens das xmlrpc.php aus dem Release übernehmen.

Amerikaner und Logik

Angeblich sind eine Mehrheit der Amerikaner mit Bush unzufrieden - Kinners, nur so als Info: 59 Millionen von euch haben ihn gewählt.