Writing Plugins for gedit 3 with Python. Schaut so aus als ob Gnome 3 tatsächlich eine recht generische Schnittstelle für Python-Scripting bekommt. PyGTK war zwar auch schon da, aber das ist einfach nur eine GUI Lib. Jetzt wird aber über GObject und Friends gearbeitet und damit sind weitaus mehr Elemente ansprechbar. Gedit ist übrigens ein recht netter grafischer Editor, der unter Linux durchaus als Alternative zum unter OSX gerne genutzten BBEdit oder TextWrangler genommen werden kann.
Archiv 13. Mai 2011
Python Interpreter by Noam Gat -- Unity Asset Store. Und das hier ist eher was für meine privaten Spielereien: ein Plugin, welches in Unity3D eine interaktive Python Shell einbindet. Irgendwie reizt mich Unity3D immer wieder wenn ich es auftauchen sehe. Zumal mitlerweile der Einstieg frei ist (leider ist der Sprung zu Pro - das einige essentielle Tools wie einen Profiler oder Unterstützung für externe Versionierung anbietet - doch ziemlich heftig)
micromongo — micromongo v0.1 documentation. Auch mal angucken, micromongo liefert einen minimalen ORM für MongoDB Server. Wobei ich da allerdings mal gucken müsste, ob es nicht mitlerweile bei django-nosql auch schon Unterstützung für MongoDB gibt, dann müsste ich nicht eine andere ORM Syntax benutzen - allerdings ist micromongo wirklich ziemlich schlank und basiert nur auf pymongo, also z.B. nett für kleine Webservices, weil man nicht einen Haufen Module installieren muss.
execnet v1.0.9 documentation. Müsste ich mir auch mal angucken, es ist im Prinzip eine Library zur Verteilung von Funktionen über ein Netzwerk von Instanzen - kein volles map/reduce oder ähnliches, mehr sowas wie ein besseres RPC. Speziell interessant um zum Beispiel eine normale cpython Front mit einem Compute-Backend auf Basis von PyPy zu benutzen (oder umgekehrt dem PyPy-Server ein numpy+scipy Backend in CPython für Datenanalyse zu verpassen).
Read the Docs. Kannte ich noch garnicht - ein Webdienst wo man verschiedenste Dokumentationen über eine einheitliche Oberfläche lesen kann. Und seine Dokumentationen für Projekte hosten kann. Und auch gleich verschiedene Versionen von Dokumentationen zu Projekten.
"When you choose an eventually consistent data store you're prioritizing availability and partition tolerance over consistency, but this doesn't mean your application has to be inconsistent. What it does mean is that you have to move your conflict resolution from writes to reads." via Mochi Labs - statebox, an eventually consistent data model for Erlang (and Riak). Auch ausserhalb Erlang interessant, denn das Problem ist genereller Natur - Datenmodelle für Datenbanken mit Transaktionen können nicht einfach auf eine eventually-consistent Datenbank wie Riak (oder Cassandra) transportiert werden. Der Grund liegt eben darin, dass Konflikte erst beim späteren Lesen auffallen, da sie vorher ja sozusagen noch "unterwegs" sind.
pmundkur/odisco. Eine Implementierung für Map/Reduce nach dem Disco Worker Modell in Objective Caml. Sowas gibts auch schon für Python. Falls ich mal wieder mit OCaml rumspielen will.
Überlegungen zu Datenschutz, Kontrollverlust und anderen Dingen
Von der Spackeria, von Aluhüten und vom Kontrollverlust - Die wunderbare Welt von Isotopp. Lesenswerte Betrachtung von Datenschutz, Datenspuren, der zwangsläufigen Ansammlung von Datenmengen und der Unvermeidbarkeit der Zugänglichkeit und Auswertung dieser Daten.
Ich selbst sitze immer zwischen den Stühlen der Aluhüte und Spackeria - einerseits will ich eine Datenvermeidung und habe meine Probleme mit der Datensammelwut an manchen Stellen, andererseits bin ich techniknah und -begeistert und bin dadurch automatisch in vielen Datentöpfen angesammelt. Und bin mir absolut bewusst, wie viel über mich online ermittelt werden kann, wenn jemand das alles zusammenführt.
Ich sehe genauso wie Isotopp es in dem Artikel darstellt ein massives (warscheinlich zwangläufiges) Versagen des gesetzlichen Datenschutzes - sehe selber aber eine gewisse Differenzierung zwischen Daten die in freiwilligem Kontext der Nutzung von technischen Diensten anfallen (auch wenn diese Daten vielleicht vom Benutzer nicht direkt bemerkt werden) und Daten die im staatlichen Umfeld gesammelt werden.
Der Staat legt Datensilos nur unter dem negativen Aspekt an - eine staatlich angelegte Datenbank ist immer wieder unter dem Aspekt der Generalverdächtigung aufgebaut. Der Staat sammelt nicht die Daten der an Visaverfahren beteiligten Personen um denen zielgerichtete Informationen und Dienstleistungen rund um Visaverfahren zukommen zu lassen - der Zweck ist alleine die Strafverfolgung. Nur werden damit alle an Visaverfahren beteiligten Personen automatisch des Terrorismus und anderer Verbrechen verdächtigt - denn sonst bräuchte man deren Daten ja nicht zu erfassen. Die Exekutive des Staates hasst die unordentlichen Bürger und misstraut ihnen zutiefst, deshalb müssen diese kontrolliert werden.
Ein privatwirtschaftlicher Haufen an Daten hat ein wesentlich banaleres Ziel - marktwirtschaftliche Ausnutzung. Das ist, so verrückt es vielleicht für manche klingen mag, mir deutlich lieber. Google wird die Daten nicht nutzen um meine politische Gesinnung negativ auszulegen und mich auf eine No-Fly-Liste zu legen, weil ich den Staat kritisiere - die wollen mir nur besser platzierte Werbung unterschieben. In gewisser Weise kann man sich auf das reduzierte Blickfeld von Kapitalisten verlassen, es ist wesentlich positiver beeinflusst als das der Politiker. Datensätze sind potentielle Geschäfte - nicht potentielle Attentäter.
Aus diesem Grund finde ich die derzeitige Aktivität diverser Landesdatenschützer im privatwirtschaftlichen oder sogar direkt privaten Bereich (Abmahnung von Blogs für die Nutzung von Google Analytics) lächerlich bis peinlich, wenn sich die gleichen Datenschützer nicht gegen Projekte wie sie im Innenministerium oder anderen staatlichen Stellen hochkommen stemmen.
Wie kann ein Datenschutzbeauftragter erwarten ernst genommen zu werden, wenn er sich laut über die im iPhone abfallenden Lokationsdaten aufregt und gegen Apple poltert, aber gleichzeitig keine Anstalten macht diese durchgedrehte EU-Kommissarin zu stoppen, die Pläne für eine EU-weite, verdachtslose Vorratsdatenspeicherung hegt, die gegen unser Grundgesetz verstoßen würden (genauso wie die in Berlin ausbaldowerte Vorratsdatenspeicherung ja schon in Karlsruhe gescheitert ist)?