Am Rande notiert ...

Wow, Pauper Comes to Paper

– mit vereinheitlichter Legalität. Leider werden gleich zwei meiner Lieblings-Commons gebannt: Hymn to Tourach und High Tide. Schade. Aber trotzdem schön, endlich eine einheitliche Legalität für Karten zu haben.

Der London Mulligan wird der offizielle Mulligan in Magic ab Core Set 2020. Klasse. Wir haben den in Commander ausprobiert und er war völlig ok. Und in Pauper wars auch gut. Klar, es gibt sicherlich ein paar Decks, die übermäßig profitieren, aber das kann man anderweitig regeln. Der neue Mulligan hilft einfach „Nicht-Spiele“ aufgrund von mehrfachen schlechten Starthänden zu vermeiden. Es gibt nix nervigeres als ein Spiel im Mulligan zu verlieren, weil einfach jede Hand ohne Länder oder nur Länder war.

A Force to be Reckoned With – die neue Karte „Force of Vigor“ hat mal eben zwei meiner Decks deutlich getroffen. Jhoira als Artefakt-Storm-Deck und Paradox Arcum als Artefakt-Kombo sind beide ziemlich abhängig von ihren Artefakten und Enchantments, so eine Karte kann die mal eben abschalten. Instant-speed. Für lau. Autsch. Wenn andere Liste stärker auf Mana-Dorks statt Mana-Rocks gehen, haben sie genug grüne Karten um den FoV aktiv zu bekommen. Und dann bin ich raus. Jhoira kann sich vielleicht noch knapp halten, Storm hat in der Regel mehrere Vektoren, aber da Artefakte nur mit Shimmer Myr instant-speed werden (und der als Artefakt angreifbar bleibt), ist Arcum wirklich hart betroffen.

May 20, 2019 Banned and Restricted Announcement – da hat mir Wizards of the Coast mal eben zwei meiner Decks komplett neutralisiert – Izzet Blitz braucht die kostenlosen Spells um seine Kreaturen zu pumpen oder Direktschaden zu aktivieren und Skred Delver brauchte sie um die Hand zu füllen im Mittelspiel. Autsch. Ok, in letzter Zeit hab ich meistens Tron gespielt (oder mal GB Tortex, wenn mir nach wilden Boardstates war), aber trotzdem, Skred Delver war immer noch mein Lieblingsdeck wegen seiner explosiven Comebacks.

Metaowl is gone

Ok Leute, Metaowl ist heute den Weg alles digitalen gegangen: das war eine urmel-alte WP Installation, die dahinter lief, mit diversen Anpassungen. Das war einfach nicht mehr zu retten, das mit neueren PHP Versionen zum Fliegen zu kriegen frisst einfach … Weiterlesen

Am Rande notiert ...

Ich mag die neue Variante des MTG Mulligan, die in London getestet werden soll. Definitiv muss geschaut werden, ob dadurch Combo nicht zu sehr bevorzugt wird, aber das derzeitige Mana-System und die Struktur des derzeitigen Mulligan führt einfach viel zu häufig zu non-Games, besonders in meinem Lieblingsformat EDH. Und es fühlt sich einfach dämlich an, wenn du auf 4 runter gehen musst und immer noch nur eine mistige Kartenhand hast, oder dann einfach scoopst – und die anderen ihre guten Starthände wegschieben können, weil sie sonst ein Spiel mit N-1 Spielern hätten, bei dem einer zuguckt. Klar, gerade Multiplayer kann man dem anderen direkt einfach einen weiteren 7er Mulligan anbieten, aber die neue Variante würde das nicht nötig machen – ich kann mir halt immer die besten N Karten aus 7 aussuchen, da ist auch ein 4er Mulligan schon verschmerzbar.

Angespielt ...

Nemo’s War (second edition) habe ich jetzt schon zweimal gespielt und es mausert sich zu einem meiner Lieblings-Solo-Spielen. Es packt die Athmosphäre von Jules Vernes Büchern gut in ein unterhaltsames Spiel. Auch wenn natürlich das Thema nur durch die Karten und die Grafik des Spiels getragen wird. Das Spielsystem basieet natürlich auf viel Zufall, der aber erstaunlich gut gemanaged werden kann. Das Ergebnis ist recht viel Strategie in einem doch relativ klassischen Roll-for-Success System. Die Spieldauer verhindert allerdings, das ich es öfter auf den Tisch bekomme. Trotzdem steht es in meiner Liste weit oben.

Vor wenigen Tagen kam The 7th Continent endlich nach fast 2 Jahren bei mir an. Wow, hat sich das Warten gelohnt! Das Spiel ist fantastisch geworden und hat sich bei mir in die Top-Liste gespielt. Wenn der Spaß anhält, ist es ein klarer Favorit für die 10. Einzig die fummelig winzigen Miniaturen hätten auch wegbleiben können, mir sind die Pappaufsteller da zehnmal lieber. Aber das Spiel selber – einfach grandios. Sehr schön gezeichnete Karten, klare Symbolik und simples Spielsystem – alles zusammen bildet ein grafisches choose-your-own-adventure Spiel. Sieht einfach nur toll aus auf dem Tisch. Dazu ein cleverer Save/Restore Mechanismus, der das Wegpacken zwecks Tisch freimachen (ab und zu muss man ja auch mal essen) trivial macht. Beim Weiterspielen hat man zwar ein wenig Sortierarbeit, aber das ist auch übersichtlich. Und die Story, die man durchlebt, ist wirklich die Zeit wert die man investiert. Dazu eine Reihe von Flüchen, denen man sich aussetzen kann und viele Abenteurer, die man auf die Reise schicken kann, das bietet schon einiges an Wiederspielwert. Auch wenn man natürlich auf die Dauer den Kontinent kennen lernt, wird es glaube ich nicht langweilig. Das wird noch viel Spielfreude bringen und für den Herbst ist schon der nächste Kickstarter mit weiteren Flüchen angekündigt. Ich glaub da bin ich dann wieder dabei.

Warhammer Quest: The Adventure Card Game habe ich schon eine Weile rumliegen, aber erst heute die Chance genabt, es auch mal zu spielen. Das Spiel ist sehr ähnlich zu Space Hulk: Death Angel, aber deutlich ausgebaut. Schon im Tutorial kommt deutlich mehr Entscheidungsraum zum Tragen und man hat deutlich mehr das Gefühl von Kontrolle. Es macht Spaß und die verschiedenen Szenarien versprechen noch mehr davon. Speziell das aufwerten der Aktionskarten sieht interessant aus, ist aber leider nicht Teil des Tutorials. Macht aber definitiv Lust auf mehr. Setup ist allerdings deutlich mehr als bei SH:DA. Von daher mal sehen, wie oft es wirklich auf dem Tisch landet, zumal ja auch noch das Arkahm Horror LCG angekündigt ist, das in eine ähnliche Richtung geht.

51st State: Master Set ist eines der neuesten Spiele von Portal Games und ein Remake des alte 51st State mit allen Erweiterungen und überarbeiteten Regeln. Bringt praktisch Imperial Settlers zurück in die post-apokalyptische Welt von 51st State. Mir gefällt es sehr gzt. Die Asymmetrie der Faktionen ist nicht so stark ausgeprägt wie in Imperial Settlers (dort ja durch die eigenen Kartenstapel), aber das Spiel ist viel flüssiger und fühlt sich schneller und interaktiver an. Und das Solospiel ist einfacher zu spielen. Insgesamt gefällt es mir sehr gut, vor allem für das Solospiel sogar besser als Imperial Settlers (wobei ich dort noch die völker-spezifischen AI und die Kampagne ausprobieren muss).

Codenames: Pictures ist das Schwesterspiel des Spiel des Jahres – nur eben mit Bildern, statt Wörtern. Mit Juliana mal mit den Zwei-Spieler-Regeln ausprobiert, und es funktioniert erstaunlich gut. Natürlich nichts, das man ständig zu zweit spielen würde, aber das war sowieso nur eine Trainingsrunde für den nächsten Spieleabend. Da wird es aber definitiv in der Runde ausprobiert.

Red7 ist ein kleines und schnelles Spiel für zwischendurch. Ideal für die Wartezeit auf das Essen oder sogar im Flugzeug, da es nur minimalen Platz braucht. Und dabei trotz einfacher Regeln und schnellem Spiel durchaus was zum Denken liefert. Außerdem ist das Spiel modular in den Regeln und kann in der Komplexität angepasst werden. Alles in allem ein wirklich nettes Spiel, das sicherlich öfter mal bei uns auf den Tisch kommen wird.

Mare Nostrum: Empires ist am Freitag endlich nach fast einem Jahr Extrazeit angekommen. War einer der komplizierteren Kickstarter. Aber für das Spiel hat sich das Warten gelohnt. Die Komponenten sind – wie für Academy Games typisch – fantastisch. Das Spiel selber ist erstaunlich übersichtlich für ein Spiel mit diesem Thema (Kulturen im Mittelmeerraum mit Handel und Krieg) und spielt sich auch sehr flott. Mein erstes Solo-Spiel (zwei Kulturen plus Barbaren) hatte eine sogar für mich selbst überraschende Wendung – am Anfang lag Karthago vorne, kam auf 4 Wunder (das fünfte hätte den Sieg gebracht), aber Rom konnte mit Schwenk auf Militär den Handel unter Druck setzen und den Sieg durch Dominanz in den Bereichen Handel, Kultur und Militär sichern. Klasse System und ich hoffe es noch öfter auf den Tisch zu bringen.

7 Wonders spielen Juliana und ich normalerweise in der Duell-Version. Aber weil unsere Donnerstagsrunde größer wird, haben wir uns auch das große Spiel zugelegt – mit der Städte-Erweiterung kann man das mit bis zu 8 Spielern spielen. Heute war die erste Trainingseinheit mit der in der Box enthaltenen 2-Spieler Variante. Definitiv umständlicher als das kleine Duell, aber ebenso definitiv erkennbar, wie das Spiel mit größeren Runden laufen kann – und macht Spaß auf mehr. Gerade genug Interaktivität um nicht zum Mehrspieler-Solitär zu verkommen, aber genug Strategie um nicht zur reinen Zufallsnummer zu werden. Gefällt mir sehr gut.

Ohne Furcht und Adel ist ja praktisch ein Oldie, aber für mich und Juliana war es neu. Ich hatte es hauptsächlich besorgt, um etwas kleines für größere Runden zu haben, da unser wöchentlicher Brettspielabend langsam wächst. Wir haben bisher nur zu zweit gespielt, aber auch da ist das Spiel sehr nett. Es erinnert ein bisschen an San Juan, mit den primär als Geldquelle (und Punktequelle) dienenden Gebäuden, den violetten Gebäuden mit Sonderfunktionen und der Rollenwahl. Sehr interaktiv und zumindestens mit zwei Spielern sogar mit strategischen Elementen, die aber in größeren Runden wohl zugunsten rein taktischem Spiel verdrängt werden. Macht aber definitiv Spaß.

Leaving Earth is ein Spiel, in dem die Spieler eine Raumfahrtagentur leiten und Missionen durchführen müssen. Die Soloversion stellt dabei einige spannende Aufgaben, da man von den Missionspunkten die zu gewinnen sind, mindestens die Hälfte bekommen muss. Was schon ganz schön schwer ist – in meinem ersten Spiel musste ich, um überhaupt eine Chance auf einen Solosieg zu haben, erst Venus untersuchen um festzustellen, dass man dort nicht landen kann (wodurch ich die Venusmissionen abwerfen und damit die Punktelast reduzieren konnte) und dann eine bemannte Marsmission durchführen. Letzteres ist dann an der Zeit und mangelnden Ausstattung mit Antrieb gescheitert. Aber im Kopf kreisen schon Ideen, wie das nächste Mal das ganze besser ablaufen kann. Und das ist für ein hartes Optimierspiel schon ein gutes Zeichen – hier wird nicht geballert oder alte Männer mit Atombomben zu Asteroiden geschickt, hier plant man sein Budget, seine mehrjährigen Missionen und das Risiko, das man eingehen will. Cool. For Science!

1775: Rebellion kam heute zum zweiten Mal auf den Tisch und war wieder ein voller Erfolg: unentschieden, beide Seiten kontrollierten 5 Kolonien und Nordamerika wurde damit zu einer südlichen Provinz Französisch-Kanadas. Das beste von allen Ergebnissen wenn man sich heutige Präsidentschaftskandidaten anguckt. Mir gefällt das Spiel sehr – die Strategien müssen wirklich ausgewogen sein, wenn man die südlichen Kolonien halten will, muss man sie auch verteidigen, gleichzeitig will man die nördlicheren nicht verlieren, weil dort viele Kolonien sind. England ist angreifbar, weil ganz im Norden zwei schwer verteidigbare Kolonien liegen, in die die Amerikaner einfallen können. Ich war zwei Kolonien vorne, als ich die letzte Runde eingeläutet habe, habe aber dann zwei Kolonien verloren – und möglicherweise hätte Juliana sogar drei angreifen können. Juliana gefällt es auch, wird also sicher wieder auf den Tisch kommen.

Night of Man ist ein taktisches Kampfspiel, Aliens vs Humans (oder auch andere Aliens). Bisher war mein Lieblingsspiel in der Nische Hoplomachus, weil es meiner Meinung nach gut die Gladiatorenkämpfe einfängt, die sein Thema sind. Und weil es solide Soloregeln hat. Night of Man ergänzt meine Sammlung hin zu mehr ausgedehnten Kämpfen, auch hier mit Soloregeln. Regeln an sich sind aber auch das größte Manko – sie lesen sich zwar recht gut, aber im Spiel fallen dann doch Lücken und Schwachpunkte auf, Symbole ohne Erläuterung oder Situationen, die nicht geklärt sind. Da hätte sorgfältigere Entwicklung des Spiels sicherlich geholfen. Aber wenn man da gesunden Menschenverstand ran lässt, kann man die meisten Sachen auch selber lösen. Das Spiel an sich ist sehr unterhaltsam. Die Impulse gehen schnell durch, das Spiel stockt nicht lange, da man in der Regel nur wenige Einheiten (oft nur eine) aktiviert. Dadurch haben beide Seiten was zu tun und die Reaktionskarten geben nochmal mehr Interaktion. Macht definitiv Lust auf mehr, vor allem mit den Soloregeln (bisher war es linke Hand gegen rechte Hand). Und die Komponenten sind gut gemacht und besonders die Counter sehr alte-Männer-augenfreundlich.

Am Rande notiert ...

The Gallerist Review – A Masterpiece – Wolf’s Gaming Blog ist ein guter Review über eines meiner lieblings-Heavy-Games. Was mich erinnert, dass ich unbedingt die Kiste mal wieder aus dem Schrank holen sollte.

Angespielt ...

Dawn of the Zeds (Third edition) ist eine der von mir mit Spannung erwarteten Kickstarterlieferungen dieses Jahres, die vor wenigen Tagen endlich ankam. Die Spannung kam daher, das es von einem meiner Lieblingsverlage ist – Victory Point Games – die damit ihren ersten Ausflug in massentaugliche Produkion gewagt haben. Nicht mehr Print-on-Demand mit Laser-Cut Komponenten, sondern professionelle Produktion in hoher Qualität sollte es sein. Dazu dann noch die Tatsache, dass Dawn of the Zeds der Höhepunkt in der States of Siege Reihe ist. Im Prinzip Tower-Defense mit Steuerung der Ereignisse und Angriffe der Feinde durch einen konfigurierbaren Kartenstapel. Das Ergebnis? Wow. Einfach nur Wow. Die Komponenten sind absolut top, das ganze Material sieht fantastisch aus. Das modulare Spielsystem erlaubt verschiedene Schwierigkeitsstufen, sowohl für Coop Spiel als auch fpr Einer-gegen-Viele. Dazu dann noch ein No-Brains Mode, der im Prinzip ein extrem simplifiziertes System für Bier-und-Chips Abende bietet. Das Spiel ist am ehesten mit einem Zombiefilm vergleichbar, die Geschichte wird spannend aufgebaut und durch die vorbereiteten Kartenstapel lässt der Spannungsbogen auch nicht nach. Absolut fantastisches Spielgefühl. Der Setup ist etwas umständlich, da ja die ganzen Elemente vorbereitet werden müssen, aber es liegt im akzeptablen Rahmen für so ein Spiel. Das wird definitiv noch öfter auf den Tisch kommen, da selbst im Solospiel das ganze äußerst viel Spaß macht.

Am Rande notiert ...

UBports könnte ja glatt bei Neuanschaffung meines nächsten Nexus meinem alten Nexus 5 dann weiteres Leben einhauchen. Das wäre immerhin mehr als mit meinem alten Galaxy Nexus machbar war.

Angespielt ...

Mich faszinieren besonders Spiele mit wissenschaftlichem Hintergrund. Deshalb war Greenland für mich auch eine offensichtliche Wahl. Der Autor Phil Eklund ist bekannt für sein sehr intensives Studium der Thematik seiner Spiele. So auch hier – der Überlebenskampf der Thule, Tunit und Norweger auf Grönland um das Jahr 1000 wird hier thematisch aifgegriffen, vor allem die Veränderungen durch die kleine Eiszeit und die sich daraus ergebenden Lebensveränderungen und Migrationen. Das Ergebnis ist ein erstaunlich dichtes Spiel mit viel Strategie und Taktik. Die Regeln sind etwas sehr kompakt aufgebaut, aber mit ein bischen Lesen in den Griff zu bekommen – oder einfach ein paar der Videos auf der Spieleseite bei BGG angucken. Im Prinzip nicht wirklich viel neues, was due Techniken und Mechaniken angeht – Workerplacement mit Würfelentscheiding über den Erfolg, Ressourcenmanagement und eine Eventengine, die den nötigen Druck aufbaut. Die Solovariante ist solide und kann gut den eigenen Anforderungen angepasst werden. Multiplayer hab ich leider noch nicnt ausprobieren können, da das Spiel nur auf Englisch verfügbar ist. Aber für Solo eine klare Empfehlung.

1775: Rebellion ist ein Spiel über den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Solide im War-Euro-Gebiet angesiedelt mit erstaunlich kompakten Regeln. Aber nicht einfach nur Risk-mit-Thema, sondern durchaus strategisch. Mir gefällt besonders die sehr kompakte Spielsituation mit nur 12 Karten pro Fraktion – im 4-Spieler-Modus wird 2-vs-2 gespielt, bei zwei Spielern spielt jeder zwei Fraktionen. Durch die geringe Regelanzahl und wenigen Karten spielt sich selbst das erste Spiel relativ flott und man erkennt schnell die strategischen und taktischen Möglichkeiten. Und trotz Kompaktheit kommt das Thema meiner Meinung nach gut raus. Macht definitiv Spaß auf mehr!

W1815 hat mich beim ersten Spiel echt überrascht: ich erwartete ein Würfelfest mit wildem Zufall und wenig Kontrolle in einem historischen Setting. Ich fand aber ein durchaus kniffeliges Puzzle mit Würfeln. Klar, alles ist dem Zufall überlassen, aber die Aktionen der Corps mit Reaktionen der Gegner (auch in Ketten) machen das ganze interessant – ich muss ständig abschätzen, welche Risiken und Chancen sich ergeben. Dazu verändern sich die Corps je nach Situation und verändern so die Planungslage. Das bringt dann schnell erstaunlich viel Grübelei und Planung. Die natürlich dann durch die Würfel zunichte gemacht wird. Und das ganze funktioniert erstaunlich gut solo, einfach von den Würfeln die Geschichte der Schlacht (oder eine mögliche alternative Geschichte) erzählen lassen und durch die Auswahl der Corps darauf Einfluss nehmen. Sehr entspannend und spielt sich in 15-30 Minuten.

Am Rande notiert ...

Analoge Anmutung in digitalen Zeiten: Bei der neuen Kamera der M-Serie lässt Leica das Display weg. Durch die Reduktion solle sich der Nutzer der Leica M-D nur auf sein Motiv

Quelle: Ohne Display: Leica M-D ist eine analoge Digitalkamera – Golem.de – der Witz ist, mir würde das sogar gefallen. Ich ignoriere an meiner M8 eh den Bildschirm immer und wenn meine Kamera es bietet (wie die GH1), dann klappe ich das Display weg. Aber dafür 6000 Euro? Nope.

Angespielt ...

Gelegenheit zur Demo für Trickerion: Legends of Illusion gehabt und genutzt. Nette Veranstaltung, auch wenn wir nur die erste Hälfte dabei waren. Das Spiel selbst gefällt mir sehr gut – ich habe allerdings nur die Basisvariante gespielt. Aber Spiele mit mehreren Spielstufen gefallen mir sowieso gut. Das Spiel ist eine sehr interessante Umsetzung von Worker-Placement. Mit einem wirklich schön umgesetzten Thema, die Aktionen und Komponenten machen alle thematisch Sinn (ok, zu den aktionsfördernden Kristallen fallen mir nur Amphetamine ein, aber der Rest war stimmig). Viele gute Entscheidungssituationen im Spiel, sehr kompakter Spielablauf mit nur 5/7 Runden, dabei aber eine Menge was man pro Runde machen kann und will. Und man muss immer die Gegner im Blick halten um von deren Aktionen (zum Beispiel im Theater oder bei Schnellbestellungen) zu profitieren. Hat viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf Oktober, wenn ich die deutsche Version bekomme.

Hoplomachus: Origins hat mich seit ein paar Tagen mit seinen solo-Trials gepackt. Diese sind weniger ein volles solo-Spiel als vielmehr kleine Szenarien mit der Aufforderung, diese zu zerbrechen – eine Lösung durch Kombination von Gladiatoren, Taktiken und Spielzügen zu finden, die das Szenario verlässlich besiegen kann. Sehr schnell gespielt und die AI für die Gegner ist trotz sehr geringer Komplexität erstaunlich effektiv. Macht durchaus Spaß und kann schnell mal zwischendurch gespielt werden.

Wir sind das Volk! kam gestern das erste Mal mit Juliana auf den Tisch. Wie bei meiner ersten Solo-Runde allerdings nur für die erste Dekade, weil das zum ersten Lernen schon mal alle Aspekte des Spiels zeigt, aber nicht gleich mit dem vollen Programm überlädt. Bei diesem Spiel hoffe ich, dass bei Juliana das Interesse bleibt, weil es wirklich sehr gut gemacht ist. Es ist im Prinzip ein Mix aus Ressourcenmanagement mit etwas Area-Control reingemischt und – für den Osten – ein guter Schuss State of Siege. Beide Seiten spielen sich sehr verschieden, der Westen spielt ein Wirtschaftsaufbauspiel mit integrierten Angriffen auf den Osten mit Ideologie und Lebensstandard, der Osten kämpft ständig ums Überleben und versucht alle Feuer zu löschen, also im Prinzip klassische Mangelverwaltung. Der Westen gewinnt durch Auflösung des Osten, der Osten muss nur bis zum Ende überleben um zu gewinnen. Aus diesen sehr asymmetrischen Vorgehensweisen und Zielen ergibt sich dann ein spannendes Tauziehen zwischen den beiden deutschen Staaten. Das ganze gewürzt mit einem historischen Thema. Sehr cool.

Am Rande notiert ...

zeromq/netmq: A 100% native C# implementation of ZeroMQ for .NET war mir vollkommen unbekannt (die C# Version, nicht ZeroMQ), ist aber für .NETies ein wirklich spannendes Projekt. Direkt in .NET ohne externe Libraries oder gar Server kann man damit diverse 1:1, 1:N, N:1, N:M Kommunikationsstrukturen mit diversen Verhaltensweisen (Pub/Sub, Broadcast, Req/Resp, Fifo – halt alles was ZeroMQ kann) aufbauen. Macht einen sehr guten Eindruck (ok, kein Wunder, ist ja schließlich eine Umsetzung des originalen ZeroMQ nach C#, und ZeroMQ war für seine Zwecke ja schon absolut genial). Und ist natürlich interoperabel mit dem originalen ZeroMQ.

Angespielt ...

Mein erstes COIN (Counter Insurgency) Spiel ist Cuba Libre – und das kam erstmalig gestern auf den Tisch. Was für ein großartiges System. Es ist komplex mit vielen Elementen, aber das Material (Brett, Spielerhilfen, Spielsequenzhilfe) macht es trotzdem leicht dem Spielfluss zu folgen und nicht mittendrin zu vergessen wessen Aktion es ist, wer als nächstes dran ist und was der machen darf. Thematisch ist das Spiel auch sehr gut mit den Mechaniken verbunden – das Syndikat baut Kasinos und greift sich Geld wo sie können, sind aber relativ lokal aktiv, das Directorio bildet viele kleinere Zellen quer über die Insel und versucht beide Seiten zu stören und sich selbst in vielen Landesteilen zu positionieren, Batista verballert sein Geld (das er von USA und dem Syndikat bekommt) auf massive Polizei und Militäraktionen gegen die Rebellen und Castros Seite versucht die Regionen von der Revolution zu überzeugen und möglichst viele Regionen und Städte zur Opposition zu motivieren. Mein Spiel war Castro gegen den Rest (von Bots gesteuert) und war leider nicht erfolgreich – das Syndikat hat das Land zu sehr korrumpiert. Die Bots zeigten recht gut den Charakter der anderen Fraktionen. Ok, die ganze Nummer dauerte 5 Stunden, aber es war ja auch das erste Spiel. Beim nächsten Mal wird das flüssiger laufen. Und es wird definitiv ein nächstes Mal geben, das Spiel ist einfach fantastisch. Und ich freue mich schon auf die kommende Erweiterung und die beiden kommenden COIN Spiele über die gallischen Kriege und die Amerikanische Revolution. Cuba Libre hat auch nur 56 Karten oder so, da bin ich schon am Überlegen, ob ich die nicht einfach übersetze – dann hätte ich auch eine Chance, das mit Juliana zu spielen. Komplexer als unser übliches Spielfutter, aber lohnend.